Der Wille zur Zusammenarbeit ist spürbar

Große Synode in Walldürn

Odenwald-Tauber. In Nordbaden haben die drei Kirchenbezirke Wertheim, Adelsheim-Boxberg und Mosbach sich auf den Weg gemacht, um einander besser kennenzulernen und stärker zusammenzuarbeiten.

Pfarrer Ingolf Stromberger, neuer Dekan von Adelsheim Boxberg und Pfarrer in der Region Buchen 
Odenwald-Tauber. Am 1. Januar 2026 werden die drei bisherigen Bezirke zu einem großen Bezirk mit dem Namen Odenwald-Tauber fusionieren. Die Gemeinden der drei Bezirke haben der Vereinigung zugestimmt, weil nach 2032 jeder einzelne Bezirk zu klein wäre, die Personalressourcen aufzubringen, um die Aufgaben allein zu erfüllen. Nun fand eine gemeinsame Bezirkssynode in der Walldürner Kirche statt.
Pfarrer Ingolf Stromberger wurde im April 2025 zum Dekan von Adelsheim-Boxberg gewählt und bereits von den Bezirkssynoden Mosbach und Wertheim mitgewählt. Er wird zunächst den Kirchenbezirk Adelsheim-Boxberg leiten. Nach der Pensionierung von Dekan Folkhard Krall wird er mit Wibke Klomp gemeinsam den neuen Kirchenbezirk leiten. Als Dekan von Adelsheim-Boxberg wird er am 19. September um 17 Uhr in der Evangelischen Christuskirche in Buchen eingeführt.
Auch bei den Schuldekanen gibt es personelle Wechsel. Am 31. Juli um 18 Uhr werden Schuldekan Martin Schwarz in den Ruhestand verabschiedet und der neue Schuldekan Gunnar Kuderer in sein Amt eingeführt. Die Verabschiedung von Schuldekanin Cornelia Wetterich, Wertheim, erfolgt am 1. August um 18 Uhr in der Stiftskirche Wertheim. Birgit Niehaus wird dort am 9. Oktober als neue Schuldekanin eingeführt.
Die gemeinsame Bezirkssynode begann mit einem fröhlichen, von Dekanin Wibke Klomp, Dekan-Stellvertreter Philipp Tecklenburg, Adelsheim-Boxberg und Pfarrer Ingolf Stromberger gestalteten Gottesdienst in der Kirche. Danach wurden die Synodalen im „Haus der offenen Tür“ von Ekkehard Hüneburg, Vorsitzender der Wertheimer Synode, und Karl Kreß, Vorsitzender der Synode in Adelsheim-Boxberg, empfangen. Gemeinsam mit Norbert Bienek, Vorsitzender der Synode Mosbach, leiteten die beiden die Synode. Bei dieser zeigte sich, dass die Synodalen der drei bisherigen Kirchenbezirke dazu bereit sind, die Aufgaben künftig gemeinsam anzugehen.
In einer gemeinsamen Synode kann nicht mehr jeder Kirchenbezirk so viele Mitglieder wie bisher stellen. Das Gremium muss handlungsfähig bleiben. Deshalb stellte sich die Frage: Wie soll die Zusammensetzung der neuen Synode gestaltet werden? In einem kleineren Gremium mit Mitgliedern aller drei Kirchenbezirke, dem sogenannten Strukturausschuss, fanden darüber bereits Beratungen statt.
 
Überlegungen des Strukturausschusses
Helmut Wießner, Landessynodaler und ehrenamtlicher Vorsitzender des Finanzausschusses der Landeskirche, erläuterte die Überlegungen des Strukturausschusses. Neben der Anzahl der Mitglieder gibt es auch Änderungsbedarf aufgrund einer gerechten Verteilung der Mitglieder. Als Ausgangsbasis gelten die Größen der Kooperationsräume. Pro 1000 Gemeindeglieder kann ein Synodaler entsandt werden. Die Pfarrpersonen werden weiterhin vollumfänglich der Synode angehören. Hier wurde auch über eine weitere Verschlankung diskutiert. Allerdings hielt eine deutliche Mehrheit der Anwesenden eine noch stärkere Verkleinerung der Synode nicht für sinnvoll. Denn die Pfarrpersonen in der Synode sind für den Kommunikationsfluss in die einzelnen Gemeinden wichtig. Wie bisher, werden auch künftig mehr ehrenamtlich als hauptamtlich Tätige der Synode angehören. Von bestimmten Arbeitsbereichen wie etwa Kirchenmusik, Religionsunterricht, Diakonische Werke, Diakone, Prädikanten, Bezirksjugend und Kindertagesstätten wird es einen Vertreter in der Synode geben. Mit großer Mehrheit stimmten die Synodalen der Zusammensetzung, wie von Wießner vorgestellt, zu.
Gastreferent Steffen Fadin vom Kirchlichen Dienst auf dem Lande betonte die großen Herausforderungen, mit denen landwirtschaftliche Betriebe heute konfrontiert werden. Immer wieder seien Landwirte gefordert, große Umbaumaßnahmen vorzunehmen. Häufig führe das die Betriebe in finanzielle Engpässe, was sich auch auf die betroffenen Familien auswirke. Seelsorge und Begleitung seien auch gefragt, wenn Spannungen bei der Hofübergabe an die nächste Generation entstehen.
 
Verantwortliche stellten ihre Arbeitsfelder vor
Verantwortliche einzelner Arbeitsfelder der Kirchenbezirke stellten ihre Arbeit vor. Für die Kantoren sprach Professor Kirchenmusikdirektor Carsten Klomp (Wertheim). Er stellte kurz die kirchenmusikalische Arbeit in den drei Bezirken vor. Wie Klomp sagte, wollen die drei Kantoren enger zusammenarbeiten. Möglich wäre ein Orgeltag in Wertheim oder Mosbach. In zweijährigem Abstand ist ein Chorfest mit einem großen Ensemble für den Gesamtbezirk geplant.
 
Die beiden Kindergottesdienstbeauftragten Sophia Weber, Pfarrerin Wertheim, und Rebekka Neubert, Pfarrerin Bezirk Mosbach, berichteten, dass es in vielen Gemeinden Kindergottesdienst gibt. Mitarbeiter wünschten sich, dass die Kindergottesdienstgruppen in den Gemeinden wahrgenommen werden. Sie seien am Austausch mit Mitarbeitern anderer Gemeinden interessiert. Bei Fortbildungen seien eher kleinere Formate in der Nähe gefragt.
 
Jugendreferent Gerald Vogt, Adelsheim-Boxberg, berichtete über eine Vielzahl an Veranstaltungen in der Bezirksjugendarbeit. Ihm ist es wichtig, junge Menschen zu motivieren und zu begleiten. Auch wenn die Jugendreferentenstellen in Wertheim und Mosbach derzeit vakant sind, wird es eine gemeinsame Bezirksjugend im großen Bezirk mit übergreifenden Projekten geben, wurde betont.
 
Für die Frauenarbeit sprachen Renate Baudy, Mosbach, und Ingrid Kachel, Wertheim. In Adelsheim-Boxberg ist Rose Waschek tätig. In der Frauenarbeit gibt es in allen drei Bezirken zahlreiche Veranstaltungen. Auch wenn die Wege weit sind, wollen die Frauen sich im Bezirk stärker vernetzen. 
Petra Herold